Der
Wein schmeckt scheußlich,die Zigaretten sind auch zu viel.Ich
rauche,weil mir langweilig ist und trinke,weil ich in den Genuss des
Geschmacks und des Alkoholisiert Seins kommen will.Es sollte also
eine lebensbejahende Wirkung haben.Das klappt nur nicht immer.Ich
gehe immer raus zum Rauchen,weil drin sonst die ganze Bude stinkt und
vergilbt.Ich gehe also raus,rauche eine...rauche zwei...oder drei und
höre Musik,lasse meine Gedanken,mit mir,spielen und einfach
kommen.Sie sollen mich lebendig machen,mich in Schwung bringen,doch
das klappt auch nicht immer.Ich trinke also noch mal Wein und lasse
die Wirkung kommen.Die Hoffnung stirbt mit mir,also erst,wenn ich
sterbe und so hoffe ich weiter,dass etwas in meinen Gedanken
passiert,was mich voran bringt.Ich laufe auf und ab,immer wieder.Ich
laufe und halte so meine geistige Unruhe im Zaun,entschleunige die
Gedanken und mache sie dadurch sichtbar.Wenn ich einen guten Gedanken
habe,versuche ich ihn fest zu halten.Versuche ihn weiter zu
entwickeln.Immer weiter und größer,bis es etwas gutes ergibt.Dann
geh ich wieder rein und schreibe es auf.Noch ein Schluck Wein und
dann geht’s weiter.Machen,machen,etwas machen,in Bewegung kommen,im
Kopf,im Geist,in der Seele,in den Gedanken.Leben bis man
stirbt,sterben bis man Tod ist und Tod sein,bis man neu geboren
wird.Also ich Rauche und laufe hin und her,manchmal wechsle ich die
Richtung,laufe auf ein Fenster zu und wieder weg,dann auf eine
Tür,dann auf einen Mülleimer.Ich laufe,damit die Gedanken sichtbar
werden und sich,hoffentlich,etwas gutes dabei ergibt,eine neue
Idee,eine Offenbarung und ein Lebenszeichen.Ich brauche
Lebenszeichen,damit ich merke,dass ich noch lebe und nicht neben
meiner eigenen Leiche stehe und mich frage wie das jetzt plötzlich
passiert ist.
Ein
Andermal laufe ich über den örtlichen Friedhof.Ich laufe so darüber
und sehe mir die Gräber an.Manche sind schön,andere nicht.Manche
gepflegt und andere wieder nicht.Manche haben eine schöne Lage.So
über den Friedhof zu laufen lässt mich über den Sinn des Lebens
nachdenken und komme zu dem Schluss,dass es eigentlich sinnlos ist
aber man,als Mensch,den Eindruck braucht,dass es doch Sinn macht und
dann mache ich mir Gedanken über die Leute,die dort liegen.Manche
waren alt,andere noch jung,wieder andere waren Fehlgeburten und schon
Tod bevor sie zur Welt kamen.Manche sind im 2.Weltkrieg
umgekommen,andere haben Selbstmord begangen und wieder andere waren
Krank.Es gibt Erdbestattete und Verbrannte Urnengräber.Manche sind
in einem Blumenbeet andere unter einer Mamorplatte,andere haben
Steine auf dem Grab,manche Fotos,andere nur wenige Daten.Ich schaue
mir die Gräber an und sehe auch Familiengräber.Die kleine Kapelle
und ein paar Bäume oder Sträucher.Dann gehe ich wieder und komme
bald wieder.Es hat was philosophisches über einen Friedhof zu
laufen.Der Sinn des Lebens,frühere Situationen,spätere
Situationen,gegenwärtige Situationen,alles wird
reflektiert,durchleuchtet und aufgewühlt.Das erlebt man nicht,wenn
man im Supermarkt an der Kasse steht.
Ein
Andermal fahre ich in die Stadt und stöbere bei Saturn in der
CD-DVD-Abteilung,höre mir ein paar Proben der CD´s an und kaufe ein
paar und gehe voll Vorfreude nach Hause,seh mir die DVD´s an und
höre mir die CD´s an.Geil,endlich was gutes neues.
Wieder
ein anderer Tag,eine andere Zeit und anderer Ort.Ich geh zu Thalia
und stöbere bei den Neuerscheinungen,der
Bücher,stöbere,schaue,lese,mache mir geistige Notizen,für den
nächsten Einkauf in diesem Laden und bestelle dann später
online,wenn ich was neues brauche.Im Laufe der Zeit,merke ich
dann,was sich in meinem Kopf hält und was nicht,ich merke,wenn mich
etwas reizt und,wenn nicht.Ich lasse die Eindrücke sacken und
verarbeite sie gründlich.Dann,später,irgendwann,dann bestell ich
was.Dann,wenn ich meine aktuellen Buchprojekte gelesen oder verworfen
habe.Aber jetzt...jetzt schau ich eine DVD.Der Wein schmeckt so
scheiße,wie er wirkt und ich hab die Schnauze voll und eine sanfte
Angst streichelt meine Seele.